Bei den Weltmeisterschaften 2011 werden die Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Super-Kombination der Damen und Herren und der Team-Wettbewerb auf den Pisten der Kandahar ausgetragen ...
Seit vielen Jahren finden auf der berühmten Kandahar-Strecke Abfahrtsrennen des FIS Ski-Weltcups statt. Bei den Weltmeisterschaften 2011 werden die Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Super-Kombination der Damen und Herren sowie der Team-Wettbewerb auf den Pisten der Kandahar ausgetragen. Die Weltcup-Rennen der vergangenen Jahre machten deutlich, dass die Kandahar mit ihren Streckenabschnitten Tröglhang, Himmelreich, Eishang, Hölle und FIS-Schneise zu den spektakulärsten und technisch anspruchvollsten Abfahrten des Weltcup-Zirkus gehört. Die 2008 durchgeführten Änderungen an Damen- und Herrenstrecke haben die Kandahar noch attraktiver gemacht.
Die Anforderungen des internationalen Skiverbandes (FIS) an die Strecken der Speed-Disziplinen sehen vor, dass für Damen- und Herren-Konkurrenzen weitgehend separate Kurse zur Verfügung stehen. Wettkämpfe, Training, Besichtigung und Präparation können so unabhängig voneinander terminiert und abgehalten werden.
Diesen Anforderungen folgend, mussten Streckenabschnitte zum Teil erweitert, teilweise auch neu erschlossen werden. Die Um- und Ausbauarbeiten an der ursprünglichen Kandahar konnten im Herbst 2008 weitestgehend abschlossen werden. Bei den Planungen der WM-Strecken legte das OK GAP 2011 größten Wert auf eine nachhaltige Nutzung für Trainingsmaßnahmen und den Skitourismus.
Bereits im Sommer 2007 wurde die Querverbindung bei der Tröglhütte für die Verbesserung der Gesamtstruktur in diesem Bereich verbreitert. Damit Damen und Herren beim Weltcup Finale 2010 und bei den Ski Weltmeisterschaften 2011 den „Tröglhang“ parallel nutzen können, wurden verschiedene Anpassungsmaßnahmen im Frühjahr 2008 begonnen. Für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf während dieser Veranstaltungen sorgt die Untertunnelung des „Tröglhanges“. Die bereits weit fortgeschrittenen Baumaßnahmen wurden im Sommer 2009 vollendet und der Tunnelbau endgültig abgeschlossen. Auf diesem Wege ist die Kandahar-Abfahrt an dieser betriebsamen Stelle, die die Hauptverbindung vom Kreuzeck- zum Hausberggebiet darstellt, gefahrlos zu queren.
Im mittleren Streckenabschnitt, der Hochgeschwindigkeitspassage zwischen „Schussanger“ und „Bödele“, trennen sich ab diesem Winter die Strecken der Damen- und Herrenabfahrt. Die Damen fahren auf der bisherigen „Kandahar“, die Herren-Abfahrt verläuft 50 bis 100 Meter unterhalb der Damenstrecke und mündet am „Bödele“ wieder auf die ursprüngliche Kandahar. Diese räumliche Trennung beider Strecken wurde aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen nachträglich beantragt, im April 2008 genehmigt und im Anschluss an die Genehmigung sofort zur Umsetzung gebracht.
Die Kosten für den separaten Streckenabschnitt der Herren sind etwa genauso hoch wie für die ursprüngliche Planung. Die neue Planung entspricht den Vorstellungen des WM-OKs von einer nachhaltigen touristischen und sportlichen Entwicklung der Kandahar. "Für Olympia 2018 bräuchten wir uns ohnehin mit einer mehr als einen Kilometer langen parallelen Streckenführung nicht bewerben", argumentiert OK-Geschäftsführer Walter Vogel einen auf Nachhaltigkeit und Effizienz orientierten Mitteleinsatz. Auch unter touristischen Gesichtspunkten und was die künftige Nutzung für den Trainings- und Wettkampfbetrieb betrifft, macht die Trennung der Pisten Sinn. "Damit sind alle Konflikte zwischen dem Freizeitskifahrer und den Rennläufern auf der Kandahar mit einem Schlag beseitigt", urteilen Peter Huber, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG, und Heinz Mohr, im WM-OK verantwortlich für den Streckenbau, unisono. Der Neubau des mittleren Streckenabschnitts wurde im Herbst 2008 abgeschlossen.
Ebenfalls seit Frühjahr 2008 laufen die Um- und Ausbaumaßnahmen des unteren Streckenabschnitts zwischen „Eishang“ und Ziel. Für die Damenabfahrt wurde die bereits existierende Umfahrung des „Seilbahnstadelsprunges“ ausgebaut, weiter geht es dann durch die „Hölle“ zur „FIS-Schneise“, die bereits im November 2007 von ursprünglich 16 auf knapp 30 Meter verbreitert worden war. Dank dieser Maßnahme ist die Sicherheit der Rennläuferinnen wesentlich erhöht.
Die Herrenstrecke hat einen komplett neuen Abschnitt erhalten: Nach dem „Seilbahnstadelsprung“ führt die Strecke in Fahrtrichtung nach rechts in einen spektakulären und technisch sehr anspruchsvollen Teil. Der Höhepunkt dieses Abschnitts ist der "Freie Fall", der mit 92% Gefälle das steilste Stück der Kandahar ist. Am Ende der „FIS-Schneise“ treffen Damen- und Herrenstrecke wieder zusammen, und führen parallel bis in die Zielarena.
Der für diese Baumaßnahmen anvisierte Fertigstellungstermin im Herbst 2008 konnte planmäßig eingehalten werden. Bis zur WM 2011 sollen lediglich bedarfsabhängige Nachbesserungen stattfinden.
In 2009 wurde eine neue Kreuzjochbahn errichtet werden. Der neue Sessellift "Kandahar-Express" ersetzt den altehrwürdigen Doppelsessel sowie den Olympia-Schlepplift und erschließt die obere Hälfte der Kandahar-Abfahrt. Dies beschleunigt den Umlauf für Sportler und Helfer und bedeutet einen enormen Zeitgewinn für Skifahrer, die die Attraktivität des „Kreujochs“ erleben möchten.
Die beliebten Talabfahrten „Dreh“ und „Horn“ sollen während der Alpinen Ski-WM zu Trainings- und Einfahrzwecken dienen. Um in diesen Bereichen Schneesicherheit zu gewährleisten, wurden 2007 ein Speicherteich am Hausberg und die Beschneiungsanlage auf der „Dreh“ fertig gestellt. Noch im Herbst 2008 erfolgte die Fertigstellung der Beschneiungsanlage am „Horn“.
neue Strecke:
Start: 1490 m
Ziel: 770 m
Länge: 2.920 Meter
erwartete Laufzeit: ca. 1:40 Minuten
Die Damen fahren hauptsächlich auf der „alten“ Kandahar. Lediglich der Mittelteil auf Höhe des Eishangs wurde neu geschaffen, damit eine separate Streckenführung möglich wurde. Die Damenstrecke ist technisch sehr anspruchsvoll und verspricht erstklassigen Rennsport.
alte Strecke:
Start: 1460 m
Ziel: 741 m
Länge: ca. 2.900 Meter
Streckenrekord (alte Strecke): 1:37,01 Chantal Bournissen (SUI), 1991
neue Strecke:
Start: 1690 m
Ziel: 770 m
Länge: 3.300 Meter
erwartete Laufzeit: zwischen 1:45 und 1:50 Minuten.
Die Herrenstrecken ist etwas kürzer, dafür aber noch anspruchvoller geworden. Der neue Mittelteil liegt in mittelsteilem Gelände und enthält viele natürliche Geländeformen. Im unteren Streckendrittel ist ebenfalls ein völlig neuer Abschnitt entstanden, der den Läufern vor dem Ziel noch einmal Alles abverlangen wird. Der steilste Abschnitt (ca.90%) ist auf Grund der neuen Streckenführung vom Ziel aus einsehbar. Die Herrenabfahrt hat nun vier zum Teil große Sprünge.
alte Strecke:
Start: 1690 m
Ziel: 741 m
Länge: ca. 3.400 Meter
Streckenrekord (alte Strecke): 1:50,33 Pirmin Zurbriggen (SUI), 1987