Carlo Janka hat mit dem Sieg im letzten Riesenslalom der Saison den Zweikampf mit Benni Raich um den Gesamtweltcupsieg vorzeitig zu seinen Gunsten entschieden. Der Österreicher verspielte im ersten Lauf alle Chancen auf die große Kugel.
In 2:20,87 Minuten hat Carlo Janka den letzten Riesenslalom der Saison gewonnen. Beim Alpinfinale in Garmisch-Partenkirchen setzte sich der Schweizer vor Davide Simoncelli (ITA, 2:21,18 Minuten) und den zeitgleichen Ted Ligety (USA) und Philipp Schörghofer (ITA, beide 2:21,44 Minuten) durch.
Mit dem Tageserfolg gewann Janka auch den Gesamtweltcup. Im Duell mit dem Eidgenossen zog Benjamin Raich (AUT, 2:21,90 Minuten) mit Platz acht im Riesenslalom vorzeitig den kürzeren. Janka (1197 Punkte) hat 106 Punkte Vorsprung, die Raich (1091 Punkte) im Slalom am Samstag nicht mehr aufholen kann.
Carlo Janka: „Ich bin jetzt einfach froh, dass es vorbei ist. Nach meinem Sieg kann das Feiern losgehen. Die Anspannung vor dem zweiten Lauf war schon sehr groß, aber das gehört auch dazu. Das gute Gefühl aus dem ersten Lauf konnte ich mitnehmen. Zehn Sekunden vor dem Start habe ich erfahren, dass der erste Platz und die 100 Punkte zum Triumph im Gesamtweltcup reichen. Ich bin zwar noch jung, aber weitermachen werde ich auf alle Fälle. Als Mann kann man sich länger auf den Sport konzentrieren. Frauen hingehen haben da einen Nachteil – den Kinderwunsch. Wir werden im Team sicher eine große Party feiern.“
Mit dem dritten Platz sicherte sich Ted Ligety (412 Punkte) endgültig die kleine Kristallkugel für die Riesenslalomwertung. Carlo Janka (341 Punkte)belegt hier den zweiten Rang vor Benjamin Raich (331 Punkte.
Daniel Albrecht: „Es war ein sehr gutes Gefühl, wieder zu fahren. Ich war sehr nervös, was passieren würde und habe mich gefragt, ob der alte Rennfahrer 'Daniel Albrecht' wieder zurückkommt. Die Freude am Skifahren war so groß, dass ich zurückkehren musste, auch wenn ich trotzdem lange Zeit darüber nachgedacht habe. Meine Familie und Freunde haben mich in dieser schweren Zeit unterstützt – das war sehr wichtig für mich. Die Ärzte sagten damals, sie wüssten nicht, ob ich jemals wieder fahren könnte und wenn doch, dann nicht mehr auf dem Niveau, das ich gewohnt war. Ich bin mir aber sicher, dass ich wieder so gut werde wie früher. Jetzt habe ich noch Zeit, mich zu erholen. Alles andere wäre zu früh gewesen. Deshalb habe ich auch mein Comeback immer wieder verschoben, weil ich gemerkt habe, dass ich noch nicht so weit bin. Es müssen natürlich noch viele Sachen besser werden, aber ich habe mir hohe Ziele gesteckt.“
Davide Simoncelli (ITA): „Im zweiten Lauf habe ich nochmal richtig Dampf gemacht. Der zweite Platz hinter dem Olympia- und Gesamtweltcupsieger Carlo Janka ist eine Ehre für mich.“
Philipp Schörghofer (AUT): „Ich bin überglücklich. Mit dem dritten Platz hatte ich absolut nicht gerechnet.“
Ted Ligety (USA): „Heute lief es natürlich super mit dem dritten Platz und dem Gewinn der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom. Es hätte nicht besser laufen können.“
Didier Cuche (SUI): „Mein Rücken tat noch weh von dem Sturz bei den Olympischen Spielen, daher bin ich sehr zufrieden mit der Platzierung.“
Kjetil Jansrud (NOR): „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich nur Sechster geworden bin. Ich war jetzt drei Mal in Folge auf dem Podest. Leider war der zweite Lauf nicht so schnell, wie ich gehofft habe.“
Alexander Ploner (ITA): „Der zweite Lauf war richtig gut. Warum ich so schnell war, weiß ich selber nicht.“
Benjamin Raich (AUT): „Ich bin an einem überragenden Carlo Janka gescheitert. Janka war einfach stärker und konstanter während der ganzen Saison . Über das ganze Jahr gesehen, war ich zu fehleranfällig.“
Steve Missillier (FRA): „Der Lauf war nicht schlecht für mich und das Ergebnis geht in Ordnung.“
Manfred Moelgg (ITA): „Es waren gute Schwünge dabei. Ich denke, mir ist der zweite Lauf ganz gut gelungen. Wichtiger wird aber der Slalom morgen.“
Mathieu Faivre (FRA): „Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein. Der zweite Lauf war nicht so gut wie der erste.“
Silvan Zurbriggen (SUI): „Ich habe einen großen Fehler gemacht, sonst bin ich gut gefahren. Ich habe etwas Neues ausprobiert, dadurch lief es besser. Morgen will ich nochmal voll angreifen und Gas geben.“
Julien Lizeroux (FRA): „Das hier ist der schwerste Riesenslalom der Saison. Teilweise ist es hier steiler als in Kitzbühel. Ich werde alle Energie in den Slalom morgen stecken und hoffe auf ein gutes Ergebnis.“
Hannes Reichelt (AUT): „Zufrieden kann ich natürlich nicht sein. Schließlich bin ich nicht ins Ziel gekommen.“
Cyprien Richard (FRA): „Leider bin ich ausgeschieden, das ist traurig. Bis zum nächsten Jahr werde ich mich noch verbessern und Erfahrung sammeln, um einen besseren Platz zu erreichen.“
Ondrej Bank (CZE): „Im oberen Teil war ich richtig schnell, doch dann kam der Fehler. Ich bin aber froh, hier gewesen zu sein und freue mich auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr.“
Tomas Mermillod-Blondin (FRA): „Ich bin nicht glücklich. Ich habe viel riskiert, aber es hat nicht geklappt. Jetzt ist mein Ziel, mich für die WM zu qualifizieren.“
- Sa., 13.03.2010, Herren, SL, 08:45/12:00 Uhr
- So., 14.03.2010, Team - Damen/Herren, 10.30 Uhr
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