Seit Mitte Februar ist Gerd Rubenbauer der Medienchef der Ski Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Mit viel Erfahrung und einer nostalgischen Grundphilosophie will er Wohlfühl-Charakter schaffen.
Nach 14 Olympischen Winter- und Sommerspielen und 12 Alpinen Ski Weltmeisterschaften, die ich als Kommentator und Moderator erleben durfte, empfinde ich die Aufgabe als Medienchef bei der Ski-WM 2011 als Sahnehäubchen und Lustprojekt zugleich.
Großartige Erinnerungen
Zum einen freue ich mich, da ich nur wenige Kilometer von Garmisch-Partenkirchen zuhause bin, auf ein Heimspiel. Zum anderen war und ist der alpine Skisport meine große Leidenschaft. Als gebürtiges Münchner Kindl weiß ich noch heute, was damals so faszinierend war, und was der Großteil der jungen und alten WM-Besucher, viele auch aus der Landeshauptstadt, wieder erleben sollte: das frühe Aufstehen, die lustige, das Gemeinschaftsgefühl stärkende Anreise nach Garmisch-Partenkirchen mit dem Bus oder – noch viel stimmungsvoller – mit dem Skisonderzug, in dem die erste Brotzeit aus dem Rucksack doch viel besser schmeckt als im Auto.
Große Ziele
Wenn es uns gelingt, diese vermeintlich nostalgische Grundphilosophie als charmantes Vorspiel einer großen Sportveranstaltung zu vermitteln, freut sich der Medienchef ein erstes Mal, weil keiner primär von „Stau-WM“ und „Verkehrschaos“ spricht, sondern jeder akzeptiert, dass Berge nun mal ein wunderbares, kostbares Gut sind, das man nicht immer nur mit dem eigenen PKW erreichen kann.
Verbessertes Infotainment
Mein zweites wichtiges Ziel ist, den möglichst früh anreisenden WM-Zuschauer vor Ort im Zielgelände optisch und akustisch so zu informieren wie einen Fernsehzuschauer. Der Besucher eines WM-Rennens muss viel besser auf die Strecke und die Läufer eingestimmt werden als bisher. Um dies zu erreichen, haben wir viele Ideen entwickelt, lassen uns aber bezüglich der Details noch ungern in die Karten schauen. Auch die Zeitungsjournalisten sollen im Zielbereich bessere Infoquellen erhalten. Im Moment schwingt der Läufer ab, wird sofort zu TV- und Radiointerviews gebracht, während der Zeitungsjournalist in großem Abstand informationstechnisch versauert. Auswüchse der derzeitigen Rechtesituation – wir haben gute Ideen, um das zu verbessern.
Wohlfühl-Charakter
Sicher ist es die Hauptaufgabe eines Medienchefs, diese WM für alle Kollegen zu einer Wohlfühl-WM zu machen – wofür perfekte Arbeitsbedingungen, zu denen unter anderem kurze Wege und staufreie Transporte gehören, Grundvoraussetzung sind. Doch mindestens so wichtig ist das Image dieser WM und zwar schon im Vorfeld. Wir wollen keine Sauf-WM, sondern – zu Garmisch-Partenkirchen passend – ein Skifest mit Natürlichkeit und Warmherzigkeit, am Ort des Richard- Strauss-Festivals auch eine stilvolle Veranstaltung zwischen Sport und Kultur. Schon die Eröffnungsfeier wird Beleg dafür sein, ein Fest für die ganze Familie, unter anderem auch für die treuen Fan-Clubs, die schon beim Weltcup-Finale der nächsten Saison eine Hauptrolle spielen sollen.
Wir haben die anspruchsvollsten Strecken, die beste Organisation und mit Maria und Susanne Riesch, Fanny Chmelar und Felix Neureuther so viele „local heroes“ wie noch nie bei einer WM. Für Oktober planen wir unsere erste große Medienveranstaltung, bei der wir informieren, aber auch zeigen wollen, wie sehr die Bevölkerung von Garmisch-Partenkirchen hinter dieser für Leistungs- wie Breitensport so wichtigen WM steht – <b>oiso pack ma’s!!!</b>