Die italienische Hymne erklang für den erfolgreichsten Bruder des italienischen Ski-Teams. Christof Innerhofer erhielt an der Medal Plaza die Goldmedaille und sang die ersten Zeilen mit. Silber und Bronze gingen an Hannes Reichelt (AUT) und Ivica Kostelić (CRO).
Mit einem Vorsprung von sechzig Hundertstel Sekunden sicherte sich der Südtiroler aus dem Hochpustertal die Goldmedaille im Super-G und kann sich nun über ein Preisgeld von 27.000 Euro freuen. Der 26-Jährige hatte bisher nur ein einziges Weltcup-Rennen in der Abfahrt in Bormio gewonnen. Bei der letzten Weltmeisterschaft in Val d'Isère sowie bei den Olympischen Spielen in Vancouver hatte er die Medaillenränge um wenige Hundertstel noch knapp verfehlt. "Ich kann es nicht glauben, ich bin überglücklich", meinte der neue Weltmeister.
Reichelt und Kostelić komplettieren das Podium
Mit Hannes Reichelt auf dem Silberrang konnten sich die Österreicher nach dem gestrigen Sieg von Elisabeth Görgl im Super-G der Damen erneut über eine Medaille freuen. Die Bronzemedaille sicherte sich der Führende im Gesamt-Weltcup und Sieger von Kitzbühel, Ivica Kostelić aus Kroatien. Topfavorit und Titelverteidiger Didier Cuche (SUI) verpasste die Medaillenränge und platzierte sich auf Rang vier. Das österreichische Team präsentierte sich stark und unterstrich die silberne Leistung mit den Plätzen fünf und sechs durch Benjamin Raich und Romed Baumann.
Eine herausfordernde Kandahar sorgte für spektakuläre Bilder
Die steilste Strecke im gesamten Weltcup bereitete den Fahrern große Probleme. Viele der Topfahrer wie die beiden US-Amerikaner Ted Ligety und Bode Miller sowie der norwegische Olympiasieger Aksel Lund Svindal schieden auf dem anspruchsvoll gesetztem Kurs aus. Spektakulär anzusehen war vor allem der „Freie Fall", der mit einem Gefälle von 92 Prozent seinem Namen alle Ehre macht. "Beim zehnten Fehler habe ich aufgehört zu zählen", meinte der Silberne Reichelt.
Spannender Rennverlauf - Miller verlor seinen Stock
Das Rennen war gezeichnet durch viele Fehler. Die erste Richtzeit lieferte Romed Baumann aus Österreich. Nach einer spektakulären Einlage von Bode Miller, bei der er seinen Stock verlor, fuhr Hannes Reichelt entfesselt auf dem schwierigen Kurs. Seine Bestzeit wurde nur mehr von Christof Innerhofer erreicht, jedoch pulverisierte dieser Reichelts Zeit. Mit einem Vorsprung von über einer halben Sekunde musste er noch auf die Läufer der Top-Gruppe warten. Ehemalige Weltmeister wie Michael Walchhofer, Didier Cuche, Aksel Lund Svindal oder Carlo Janka konnten den Italiener nicht gefährden. Ivica Kostelić, der kroatische Weltcupführende, verdrängte Didier Cuche noch vom Podest und sicherte sich damit die Bronzemedaille. "Ich habe mit diesem Ergebnis nicht gerechnet", so der Kroate "ich war einfach mit ganzem Herzen dabei". Enttäuschend verlief das Rennen für die Schweiz. Keine Medaille gab es für das starke Team der Eidgenossen, obwohl sie mit Cuche den Titelverteidiger stellten und der Kurs von ihrem Trainer gesetzt wurde.
Bei der Flower Ceremony präsentierten sich drei überglückliche Läufer, mit denen zu Saisonbeginn nicht unbedingt zu rechnen war.
Resultat Super-G der Herren:
1. Christof INNERHOFER (ITA)
2. Hannes REICHELT (AUT)
3. Ivica KOSTELIC (CRO)
4. Didier CUCHE (SUI)
5. Benjamin RAICH (AUT)
6. Romed BAUMANN (AUT)