"O Canada" erklang zum ersten Mal auf der Medal Plaza. Nach John Kucera ist es erneut einer der Crazy Canucks, der sich Abfahrts-Weltmeister nennen darf. Silber ging an Didier Cuche (SUI) und Bronze an Christof Innerhofer (ITA).
Auch 2011 kommt der Abfahrts-Weltmeister aus Kanada. Nach John Kucera 2009 in Val d'Isère verteidigt Eric Guay in Garmisch-Partenkirchen den Titel für sein Heimatland. Guay gewinnt 32 Hundertstel vor Didier Cuche aus der Schweiz und 76 Hundertstel vor dem Weltmeister im Super-G, Christof Innerhofer aus Italien.
Mit toller Fahrt zur Bestzeit
Innerhofer ging mit Startnummer neun ins Rennen und legte eine bis dahin überlegene Bestzeit hin. Diese sollte allerdings nicht lange halten. Mit Nummer zehn startete Eric Guay. Bei den ersten beiden Zwischenzeiten noch zurückliegend, zeigte der Kanadier ab dem Mittelteil eine famose Fahrt und baute seinen Vorsprung stetig aus. Im Ziel hatte er schließlich 76 Hundertstel Vorsprung auf Innerhofer. Die Bestzeit von Guay sollte erst durch Didier Cuche mit Startnummer 18 wieder gefährdet werden. Der Schweizer, der sich vorgenommen hatte "jede Sekunde voll auf Zug zu fahren" tat dies auch und war bis zum Mittelteil noch knapp in Führung. Im Ziel allerdings musste sich auch er um 32 Hundertstel geschlagen geben. Zu diesem Zeitpunkt jubelte Guay bereits in der Leader-Box.
Guay: "WM-Titel war ganz oben auf meiner To-Do-Liste!"
Zu diesem Zeitpunkt dürfte der Kanadier bereits geahnt haben, dass seine Zeit nicht mehr geschlagen wird. Nach dem Rennen war er überglücklich: "Ein WM-Sieg war auf meiner To-Do-Liste ganz oben. Danke an alle die mir dabei geholfen haben, mit ihnen werde ich heute groß feiern". Auch Didier Cuche ärgerte sich nicht über einen vergebenen Sieg: "Ich bin sehr zufrieden mit der Silbermedaille. Für mich ist es ein gewonnener zweiter Platz und kein verlorener erster." Bereits Erfahrung am Podium hat der Weltmeister im Super-G, Christof Innerhofer, der das Siegertrio komplettierte. "Es sind großartige Tage hier. In drei Tagen war ich zwei Mal auf dem Podium, davor habe ich zwei Jahre dafür gebraucht", freute sich der Italiener, der "ab nun relaxed fahren" kann.
Anspruchsvolle Strecke
Die Piste auf der Kandahar trotze den milden Temperaturen und präsentierte sich in einem guten Zustand. Mit Startnummer 20 fuhr der Österreicher Romed Baumann auf den guten, bei einer WM aber wenig dankbaren vierten Rang (+1,10). Der kräfteraubenden Strecke musste Aksel Lund Svindal Tribut zollen. Der Norweger fuhr mit 1,42 Sekunden Rückstand auf den fünften Rang. Bereits im Zielbereich kam er zu Sturz und verletzte sich leicht am Knie. "Die Fahrt war sehr kräfteraubend und nach meinem weiten Sprung in der Zieleinfahrt konnte ich nicht mehr rechtzeitig abbremsen." Der Trainingsschnellste Adrien Theaux stürzte bereits nach wenigen Fahrsekunden. Bode Miller wurde mit 2,42 Sekunden Rückstand nur 15.
Resultat der Herren-Abfahrt:
1. Erik GUAY (CAN)
2. Didier CUCHE (SUI)
3. Christof INNERHOFER (ITA)
4. Romed BAUMANN (AUT)
5. Aksel Lund SVINDAL (NOR)
6. Andrej SPORN (SLO)