Die besten acht Athleten rangieren innerhalb von 19 Hundertstelsekunden. Hinter Janka fahren Scheiber (AUT) sowie die zeitgleichen Guay (CAN) und Kueng (SUI) auf das Podest.
Mit dem Sieg in der letzten Abfahrt der Saison hat Carlo Janka (SUI, 1:58,45 Minuten) auch die Führung in der Wertung um den Gesamtweltcup übernommen. Zweiter auf der 3,3 Kilometer langen Kandahar wurde Mario Scheiber (AUT, 1:58,47 Minuten) vor Erik Guay (CAN) und Patrick Kueng (SUI, beide 1:58,52 Minuten). Deutsche Athleten hatten sich nicht für die Abfahrt im Rahmen des Weltcupfinales in Garmisch-Partenkirchen qualifiziert.
Janka führt mit 1078 Punkten nun den Gesamtweltcup vor Benjamin Raich (AUT, 1019 Punkte) an. Der Österreicher verzichtete auf einen Abfahrtsstart und trainierte stattdessen für den Riesenslalom. Mit noch zwei Starts (Super-G und Riesenslalom) hat Didier Cuche (SUI, 878 Punkte) als Vierter der Gesamtweltcupwertung nur noch theoretische Chancen auf die große Kristallkugel. Auch Aksel Lund Svindal (NOR, 823 Punkte) kann die Gesamtwertung kaum noch gewinnen - die wird in den nächsten drei Tagen aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen Carlo Janka und Benjamin Raich ausgefahren.
Bereits vor der Kandahar-Abfahrt beim alpinen Weltcupfinale stand Didier Cuche als Sieger des Abfahrtsweltcups fest. Der Tagesachte (1:58,64 Minuten) - mit gerade einmal 19 Hundertstelsekunden Rückstand auf Janka - hat 528 Punkte auf seinem Konto stehen. "Diesen Erfolg koste ich aus. Mit insgesamt drei Abfahrtssiegen in dieser Saison - auf drei sehr unterschiedlichen Strecken, und mit Kitzbühel darunter - bin ich sehr zufrieden." Cuches Teamkollege Janka rangiert mit 448 Punkten auf Platz zwei, Gesamtdritter ist Werner Heel (ITA, 292 Punkte). Bester DSV-Athlet der Abfahrtssaison 2009/2010 ist Stephan Keppler vom WSV Ebingen (44., 20 Punkte).
Besonders groß war die Freude nach dem Abfahrtsfinale beim Schweizer Patrick Kueng - der 26-Jährige schaffte mit Platz drei seine erste Podestplatzierung im Weltcup: "Ein sehr schöner Erfolg, was für eine Freude. Die Piste war gestern beim Training deutlich weicher. Mit den heute leicht veränderten, aber sehr guten Bedingungen bin ich bestens zurechtgekommen."
Der Liechtensteiner Marco Büchel bestritt auf der Kandahar sein 265. Weltcuprennen - das letzte in der Abfahrt. Der Super-G am Donnerstag wird das letzte Rennen seiner zwei Jahrzehnte dauernden Karriere sein. Der heutige Start sei schon ein sehr emotionaler Moment für ihn gewesen: "Es war meine letzte Abfahrt. Und vor dem Start haben mir alle gratuliert, das hat mich berührt. In den ersten Toren war ich nicht konzentriert genug, da habe ich Zeit liegen lassen. Diese Strecke ist absolut WM-tauglich, die Veranstalter haben alles ausgepackt, wirklich beeindruckend." Garmisch-Partenkirchen ist für Büchel ein ganz besonderes Pflaster: 1991 bestritt er dort mit einem Super-G sein erstes Weltcuprennen, 2003 gewann er an selber Stelle sein erstes Weltcuprennen (Super-G) - und in Garmisch-Partenkirchen wird er am Donnerstag auch vom Leistungssport zurücktreten. "Der Kreis schließt sich."
Carlo Janka (SUI): "Ich habe heute das Maximum aus mir rausgeholt. Die Punkte sind wichtig für die Gesamtwertung. Wir wussten von Anfang an, dass es ein enges Rennen wird. Der Sieg in der Abfahrt und die Führung im Gesamtweltcup - beides ist wunderbar! Viele Abschnitt der Kandahar habe ich heute wirklich sehr gut erwischt."
Mario Scheiber (AUT): "Ein so knapper Rückstand hinterlässt schon einen bitteren Beigeschmack. Erst war ich sehr enttäuscht, die Führung verloren und den Sieg verpasst zu haben. Jetzt bin ich mit dem zweiten Platz aber zufrieden. Im oberen Teil habe ich nicht ganz 100 Prozent rausholen können. Die schwierigen Passagen bin ich dann aber gut gefahren. Ich komme auf der Kandahar sehr gut zurecht, das steigert meine Vorfreude auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. Ich bin hier schon immer gut gefahren - und von der Unterbringung bis zur Piste ist einfach alles sensationell gut."
Erik Guay (CAN): „Gestern waren die Streckenverhältnisse um einiges schwieriger. Der Kurs war sehr kurvig für eine Abfahrt. Daher liegen die Zeiten auch eng beieinander. Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich über die Podiumsplatzierung und freue mich schon auf die Abschiedsparty mit Marco Buechel.“
Patrick Kueng (SUI): „ Man träumt die ganze Saison von so einem Erfolg, aber gefeiert wird erst morgen.“
Hans Grugger (AUT): „Schade, dass es nicht ganz für das Podium gereicht hat. Ich bin dennoch sehr zufrieden. Die Hauptsache ist, dass ich gesund geblieben bin.“
Werner Heel (ITA): „Ich bin zufrieden mit dem Rennen, es ist ganz gut gelaufen. Im Super-G bin ich mir nicht sicher, ob es wieder so gut läuft.“
Manuel Osborne-Paradis (CAN): „Ich fahre momentan richtig gut. Zweimal habe ich geführt, aber beide Male habe ich es vermasselt. Die Piste hätte ich gerne härter gehabt, aber sonst gefällt mir die Kandahar ziemlich gut.“
Didier Cuche (SUI): „Ich bin unendlich stolz, die Kugel für den Abfahrtsweltcup gewonnen zu haben. Das bedeutet mir sehr viel. Seit dem Training hatte ich Rückenprobleme, aber mit Schmerzmitteln hat es heute dann doch ganz gut geklappt.“
Michael Walchhofer (AUT): „Die Kandahar ist wirklich eine super Strecke, die mir gut liegt. Schade, dass es nicht für einen österreichischen Sieg gereicht hat. Das wäre fürs Team gut gewesen.“
Ivica Kostelic (CRO): „Ich hatte wie immer meine Schwierigkeiten im Flachstück. In den technisch anspruchsvollen Passagen bin ich aber super gefahren. Jetzt werde ich nochmal im Super-G angreifen und im Slalom versuchen, auf das Stockerl zu fahren.“
Andrej Sporn (SLO): „Mit dem Rennen bin ich sehr zufrieden. Ich habe mir leider einige kleine Fehler geleistet und bin beim Sprung zu hart gelandet. Die Piste war zum Glück härter als gestern im Training.“
Aksel Lund Svindal (NOR): „Ein paar Fehler am Anfang haben mir das Rennen schnell vermasselt, deshalb bin ich auch nicht zufrieden mit dem Ergebnis. An den Gesamtweltcup habe ich nicht mehr gedacht, ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist.“
Didier Defago (SUI): „Es waren heute bei mir einige Fehler zu viel, deswegen kann ich mit dem Rennen nicht zufrieden sein.“
Marco Buechel (LIE): „Ich bin heute nicht zufrieden. Oben habe ich geschlafen, deshalb ist das Ergebnis nicht so gut.“
Johan Clarey (FRA): „Ich habe einen großen Fehler gemacht, ansonsten war es aber ein sehr gutes Rennen. Die Strecke ist großartig und ich hatte riesigen Spaß.“
Klaus Kroell (AUT): „Ich bin nicht in die Abfahrt reingekommen und habe viele Fehler gemacht. Bei der Einfahrt in den Tröglhang habe ich dann noch einen Innenskifehler gehabt. Ich bin überhaupt nicht zufrieden.“
Andrej Jerman (SLO): „Ich kann nicht zufrieden sein. Wenn man keine Punkte holt, kann man das nicht als Erfolg bezeichnen. Nach der langen Saison gehen mir auch langsam die Kräfte aus.“
Patrik Jaerbyn (SWE): „Das Rennen war anfangs sehr gut, im Eishang wurde ich dann leider zu schnell und bin in den tieferen Schnee geraten. Nach dem Rennen bin ich direkt zu meiner Frau – sie ist mein größter Fan.“
Ambrosi Hoffmann (SUI): „ Die Piste war etwas schneller als im Training, aber ich hatte schon an den ersten Toren Probleme. Leider ist das ein enttäuschendes Ergebnis zum Saisonende.“
Romed Baumann (AUT): „Der Freie Fall ist ein richtig cooler Sprung. Leider habe ich heute nicht genug attackiert, das rächt sich am Ende eben.“
Tobias Gruenenfelder (SUI): „Ich weiß auch nicht, was los war. Irgendetwas hat bei mir nicht gestimmt. Ich muss jetzt erst einmal mein Rennen analysieren. Die Piste war heute härter, das kam mir eigentlich entgegen.“
Mattia Casse (ITA): „Das Rennen lief sehr gut für mich. Die Strecke war nicht besonders schwer zu fahren, ich bin zufrieden mit mir.“
David Poisson (FRA): „Die Piste war mit dem härteren Schnee heute besser zu fahren. Eine Kurve bin ich dann aber falsch angefahren, nach innen gefallen und musste am Tor vorbeifahren. Das ist schade.“
Hans Olsson (SWE): „Ich bin sehr enttäuscht über meinen unnötigen Patzer. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt gut unterwegs. Das Publikum ist aber super und hat mich klasse empfangen. Die Stimmung hier in Garmisch ist wirklich überragend.“
- Do., 11.03.2010, Herren, SG, 10:30 Uhr
- Fr., 12.03.2010, Herren, RS, 09:00/12:00 Uhr
- Sa., 13.03.2010, Herren, SL, 08:45/12:00 Uhr
- So., 14.03.2010, Team - Damen/Herren, 10.30 Uhr
Aktuelle Start- und vollständige Ergebnislisten finden Sie hier.