Im ersten Damenrennen des Weltcupfinales in Garmisch-Partenkirchen hat Maria Riesch einen unwiderstehlichen Auftritt hingelegt: Mit einer Fahrt wie aus dem Lehrbuch verwies die Lokalmatadorin Vonn (USA) und Pärson (SWE) auf die Plätze.
Maria Riesch (1:34,82 Minuten) hat die letzte Abfahrt der Saison in Garmisch-Partenkirchen in überzeugender Manier gewonnen. Hinter der Athletin vom SC Partenkirchen fuhr Lindsey Vonn (USA, 1:35,30 Minuten) auf Rang zwei, Anja Pärson (SWE, 1:34,95 Minuten) wurde bei besten Bedingungen mit strahlendem Sonnenschein Dritte. Die zweite DSV-Starterin Gina Stechert (SC Oberstdorf, 1:36,46 Minuten) fuhr auf Position 13.
Im Ziel hatte Maria Riesch satte 1,22 Sekunden Vorsprung auf die bis dahin Führenden: "Nach dem Abschwingen habe ich im Ziel sofort zur Anzeigentafel geschaut - und mich über die Führung gefreut. Dann habe ich erst den großen Zeitabstand registriert, der mir das gute Gefühl, das ich schon während der Fahrt hatte, betätigt hat. Mir ist heute eine absolute Topfahrt gelungen." Nach ihrem Sieg in St. Moritz (SUI) ist der Erfolg in Garmisch-Partenkirchen Rieschs zweiter Abfahrtssieg der Saison. Lindsey Vonn: "Maria war heute einfach besser unterwegs, sie hat den Sieg verdient. Meine Fahrt war nicht perfekt."
Trotz der beeindruckenden Leistung hat Maria Riesch (1346 Punkte) den Gesamtweltcup abgeschrieben. Die US-Amerikanerin Vonn führt diese Wertung mit 1571 Punkten an. Bei drei noch ausstehenden Rennen dürfte der Rückstand von 225 Punkte für Maria Riesch kaum mehr aufzuholen sein. "Das betone ich schon seit zwei Wochen", sagte Riesch im Anschluss an das Rennen. "Schon vor dem Weltcup in Crans-Montana war es für mich eigentlich nicht mehr möglich, Lindsey noch einzuholen. Dann ist es in der Schweiz auch nicht gut für mich gelaufen - danach hatte ich die Weltcupgesamtwertung endgültig abgehakt." Die kleine Kugel für die Slalomwertung zu gewinnen, sei hingegen ihr großes Ziel zum Saisonabschluss. "Außerdem nehme ich von dieser Abfahrt natürlich mit, dass ich auf der WM-Strecke sehr gut zurechtgekommen bin. Das motiviert mich zusätzlich für die Weltmeisterschaft 2011 vor meiner Haustür."
Absolut souverän hat Lindsey Vonn (725 Punkte) die Disziplinenwertung in der Abfahrt für sich entschieden. Platz zwei geht an Maria Riesch (556 Punkte) vor Anja Pärson (385 Punkte) - die drei führenden Damen der Weltcupgesamtwertung liegen also auch in der Abfahrtswertung vorne und sie haben ebenso das letzte Abfahrtspodium unter sich ausgemacht.
Alice McKennis (USA): „Heute war die Strecke viel schneller, das hat mir mehr Spaß gemacht. In Garmisch gefällt es mir insgesamt sehr gut, ich kenne es schon von der Junioren-WM im letzten Jahr.“
Gina Stechert (GER): „Das Rennen lief besser als das Training. Wenn ich mich mit Blick auf die WM noch steigern kann, dann passt‘s.“
Daniela Merigetti (ITA): „Ich bin sehr glücklich über meinen Lauf und meine Platzierung. Im Super-G werde ich allerdings nicht starten.“
Marie Marchand-Arvie (FRA): „Mein Rennen war schlecht von oben bis unten. Im Super-G will ich es auf jeden Fall besser machen, heute bin ich aber sehr enttäuscht und traurig.“
Emily Brydon (CAN): „Für mich ist es heute sehr schlecht gelaufen. Ich hatte Probleme mit meinem Ski, er war falsch eingestellt. Dieser technische Fehler wird im Super-G nicht passieren.“
Lindsey Vonn (USA): „Das Wetter heute war besser, die Piste auch. Der zweite Platz hinter Maria Riesch ist absolut okay.“
Ingrid Jacquemod (FRA): „Mit diesem Lauf heute bin ich nicht glücklich, ich hatte beim letzten Tor einfach zu viel Speed. Aber ansonsten war der Weltcup sehr gut, immerhin bin ich Vierte in der Abfahrt geworden.“
Dominique Gisin (SUI): „Ich bin gar nicht zufrieden mit dem Rennen. Ein dummer Fehler hat mich eine bessere Zeit gekostet. Insgesamt ist der Weltcup aber sehr gut verlaufen.“
Johanna Schnarf (ITA): „Letztes Jahr war die Piste härter, heute war es wunderschön zu fahren. Die Bedingungen waren großartig, gerade durch die Sonne im Rücken.“
Julia Mancuso (USA): „Heute war ein traumhafter Tag, auch mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Mir gefällt es super in Garmisch und ich freue mich schon sehr auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr.“
Lucia Recchia (ITA): „Ich bin überhaupt nicht zufrieden, weil ich einfach schlecht Ski gefahren bin. Ich hatte einige Probleme, an der Piste lag es aber nicht – sie war tadellos.“
Aurelie Revillet (FRA): „Im ersten Teil hatte ich einige Fehler drin, obwohl die Strecke und der Schnee sehr gut waren. Durch den ständigen Wechsel von Licht und Schatten waren die Bedingungen nicht ganz einfach.“
Maria Riesch (GER): „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so weit vorne landen würde. Im Gegensatz zum Training gestern haben wir heute das richtige Wachs erwischt. Die Generalprobe für nächstes Jahr ist damit natürlich geglückt. Ich hoffe, es bei der Weltmeisterschaft wiederholen zu können.“
Jeromine Geroudet (FRA): „Die Kandahar ist eine schöne Strecke, die ich allerdings gestern zum ersten Mal gefahren bin. Trotz der guten Schneeverhältnisse bin ich nicht zufrieden. Ich kann es besser.“
Fabienne Suter (SUI): „Zur Zeit ist es natürlich schwierig mitzuhalten mit Riesch und Vonn. Aber meine Enttäuschung hält sich heute in Grenzen. Vielleicht kann ich morgen für eine Überraschung sorgen.“
Tina Maze (SLO): „Immerhin bin ich heute besser gefahren als gestern. Im oberen Teil hatte ich Probleme, habe aber trotzdem versucht zu attackieren.“
Elena Fanchini (ITA): „Ich bin mit der ganzen Strecke nicht zurecht gekommen und habe von Oben bis Unten nur Fehler gemacht. Ich bin total unzufrieden mit mir.“
Britt Janyk (CAN): „Ich bin nicht zufrieden mit dem Rennen. Ich war vom Start weg langsam und das hat sich bis ins Ziel nicht verändert. Ich hoffe, dass ich im Super G ein besseres Resultat erziele.“
Andrea Fischbacher (AUT): „Die Piste war heute viel härter als gestern im Training. Dennoch bin ich einfach keine gute Gleiterin und habe im Flachstück viel Zeit verloren. Im Riesenslalom und Super G werde ich aber wieder Vollgas geben und vielleicht aufs Stockerl fahren.“
Nadja Kamer (SUI): „Im oberen Teil der Strecke habe ich ein paar kleine Fehler fabriziert. Mit dem Wechsel von Licht und Schatten hatte ich einige Probleme. Ansonsten lief es aber klasse. Mit dem vierten Rang bin ich aber mehr als zufrieden.“
Anja Pärson (SWE): „Für mich ist es ein sehr schöner Abschluss der Abfahrtssaison. Toll, dass ich noch einmal auf das Podest gefahren bin und dritte in der Abfahrtsgesamtwertung geworden bin. Maria und Lindsey waren diese Saison einfach die Besten.“
Stacey Cook (USA): „Die Bedingungen waren für mich genauso wie gestern im Training. Mein Lauf war in Ordnung, hätte aber noch schneller sein können.“
Elisabeth Görgl (AUT): „Bei meinem Sturz bin ich unverletzt geblieben. Trotzdem bin ich mit meiner Saison sehr zufrieden, gerade wegen der beiden Bronzemedaillen bei Olympia.“
- Do., 11.03.2010, Damen, RS, 09:00/12:00 Uhr
- Fr., 12.03.2010, Damen, SG, 10:30 Uhr
- Sa., 13.03.2010, Damen, SL, 09:45/13:00 Uhr
- So., 14.03.2010, Team - Damen/Herren, 10.30 Uhr
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