Lizz Görgl ist die neue Ski-Königin von Garmisch-Partenkirchen. Nach ihrem Erfolg im Super-G gewann die 29-jährige Steirerin auch die Goldmedaille in der Damen-Abfahrt. Die großen Favoritinnen Lindsey Vonn (USA) und Maria Riesch (GER) sicherten sich Silber und Bronze.
Sie kam, sang und siegte: Super-G-Weltmeisterin Elisabeth Görgl hat erneut zugeschlagen und sicherte sich die prestigeträchtigste Goldmedaille der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011. In 1:47.24 Minuten raste die 29-Jährige, die den offiziellen WM-Song singt, die Kandahar herunter. Die vielen österreichischen Fans empfingen die neue Speed-Queen im Zielbereich mit tosendem Applaus zu den Klängen von Görgls Action-Vorbild Rocky Balboa. „Das habe ich nicht erwartet. Ich war sehr angespannt bis kurz vor dem Start. Ich habe schlecht geschlafen und war auch bei der Besichtigung noch sehr unruhig", so Görgl. Das Gold im Super-G habe sie nicht wirklich beruhigt. „Aber den Mittelteil der Strecke habe ich heute besser erwischt als in der Kombi!"
Zweite Bronzemedaille für Riesch
Die beiden haushohen Favoritinnen Lindsey Vonn und Maria Riesch konnten die überlegene Bestzeit von Görgl nicht mehr unterbieten und kamen auf die Plätze zwei und drei. Die erschöpfte Lokalmatadorin freute sich nach ihrer Fahrt über ihre zweite Bronzemedaille nach dem dritten Platz im Super-G: „Ich habe nicht erwartet so gut zu fahren. Die Freude auf die Abfahrt war im Vorhinein am größten, heute hab ich mich voll rein gehängt. Leider hab ich im untersten Teil Fehler gemacht", so Riesch. Die Doppel-Olympiasiegerin hatte auf die Trainings wegen ihrer Erkältung verzichten müssen. „Vielleicht war es nicht sinnvoll, die Kombination zu fahren, heute ging es schon viel besser. Die Medaille heute macht mich wirklich glücklich!"
Spannung bis zum Schluss
In dem spannenden Rennen, bei dem es vor allem auf eine perfekte Leistung in der Ausfahrt FIS-Schneise ankam, konnte Super-G-Olympiasiegerin Andrea Fischbacher (AUT) mit ihrer Zeit ein erstes Ausrufezeichen setzen. Doch „Queen Elisabeth", die wie bei ihrem Super-G-Gewinn mit der Startnummer 16 ins Rennen gegangen war, pulverisierte die Zeit. Gleich im Anschluss raste Maria Riesch die Piste hinab. Nach dem ersten Streckenabschnitt hatte sie noch einen Rückstand von 20 Hundertstel auf ihre österreichische Kollegin, den sie aber bis zur vierten Zwischenzeit auf 15 Hundertstel verkürzen konnte. Tausende Maria Riesch-Fans gaben alles, um die Lokalmatadorin ins Ziel zu pushen, doch am Ende fehlten 60 Hundertstel auf Platz eins.
Erste Medaille für Vonn
Die folgenden Julia Mancuso (USA) und Anja Paerson (SWE) kamen nicht an die Zeiten der Führenden heran und belegten am Ende die Plätze sechs und elf. Doch Lindsey Vonn (USA) blendete alle Blockierungen nach ihrer Gehirnerschütterung aus und verdrängte ihre Freundin Riesch noch von Platz zwei. Am Ende fehlten ihr 44 Hundertstel auf Platz eins. „Ich bin sehr zufrieden, es war nicht leicht mit der Verletzung, ich bin stolz auf die Leistung. Ich bin mehr am Limit gefahren als sonst. Es fiel mir schwer, mich zu konzentrieren, besonders in der Hölle", sagte die US-Amerikanerin. Die Plätze vier und fünf sicherten sich Lara Gut (SUI) und Tina Maze (SLO). Die durch einen Magen-Darm-Virus geschwächte Kombinations-Weltmeisterin Anna Fenninger (AUT) kam auf Platz 17.
Resultat Damen Abfahrt:
1. Elisabeth GÖRGL (AUT)
2. Lindsey VONN (USA)
3. Maria RIESCH (GER)
4. Lara GUT (SUI)
5. Tina MAZE (SLO)
6. Julia MANCUSO (USA)