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Gudiberg

Stadioneinfahrt Gudiberg

Schanze und Gudiberg vereint

GAP Tagblatt am 20.03.2008 - 10:15 Uhr

Symbolträchtig saß Maria Riesch am Steuer des Abrissbaggers. Selbst Hand angelegt hat sie freilich nicht, als ein Teil der altehrwürdigen Westtribüne des Olympia-Skistadions in Garmisch-Partenkirchen abgerissen wurde. Entfernt, um Platz zu machen für die Skiartisten. Die sollen schon beim Weltcup-Slalom im Februar im neuen Ziel im Skistadion abschwingen.

Christian Neureuther begeistert
Riesch kommt zwar kommenden Winter noch nicht in den Genuß, weil nur die Männer an den Start gehen, aber spätestens bei der WM 2011 will auch sie auf dem Gudiberg um Medaillen kämpfen. „Das wäre eine tolle Sache“, sagt sie. „Mit dem neuen Zielstadion wird es für uns Rennläufer auch stimmungsmäßig richtig cool.“ Christian Neureuther, der 1974 den ersten Weltcup-Slalom auf dem Gudiberg gewann, ist ebenfalls begeistert von der verlängerten Strecke: „Das war schon immer mein Traum und wird für Zuschauer und Sportler sicher eine einmalige Sache.“

Videowand bleibt bestehen
Damit die Athleten künftig eine richtige Stadionathmosphäre genießen können, musste die Schneise zwischen Berg und Skistadion auf 50 Meter verbreitert werden. Dafür wurden rund 20 Meter des alten Gemäuers, das für die Olympischen Winterspiele 1936 errichtet wurde, dem Erdboden gleich gemacht. Die Videowand bleibt wie bisher bestehen. Vom Denkmalschutz her sei das kein Problem gewesen, versichert Heinz Mohr, der im WM-Organisationskomitee für den Streckenbau zuständig ist. Im Gegenteil, „jetzt ist die Tribüne gleich lang mit der Gegenüberliegenden“.

Auch Arbeiten am Gudiberg gehen weiter
Parallel zum Abriss gehen auch die Arbeiten am Gudiberg weiter. „Dadurch haben wir viele Synergieeffekte mit dem Schanzen-Neubau – sowohl ökonomisch wie auch ökologisch“, betont Mohr. Der gesamte Erdaushub wird gleich nebenan auf dem Slalomhang wieder verarbeitet. „Damit modellieren wir den Berg und gleichen einige Unebenheiten aus“, erklärt Bauamtsleiter Jörg Hahn. Der flache untere Abschnitt wird aufgeschüttet damit mehr Gefälle entsteht und im oberen Bereich werden zwei tiefe Mulden gefüllt. „Bislang haben wir da drei Meter tiefe Löcher mit Schnee schließen müssen“, sagt Mohr. Das fällt in Zukunft weg, und dadurch wird die Beschneiung der Skipiste wesentlich effektiver und günstiger.

Sessellift für 2008 geplant
Alle übrigen geplanten Maßnahmen der rund vier Millionen Euro teuren Umbauten am Gudiberg werden voraussichtlich im Jahr 2008 fertig gestellt. In die Tribüne soll ein Zielhaus integriert, die Beschneiungsanlage von fünf auf 15 Schneekanonen erweitert und eine trainingstaugliche Flutlichtanlage installiert werden. Außerdem geplant sind die Erweiterung des Kathihangs als Einfahr- und Trainingsstrecke. Der Bau des Sesselliftes ist in diesem Konzept nicht berücksichtigt, er soll freilich auch 2008 errichtet werden, damit die Slalomstrecke bis zu den Junioren-Weltmeisterschaften ein Jahr später für den ersten Testlauf bereit ist. „Aber der wird extra geplant“, erläutert Hahn, „weil er aus einem anderen Topf finanziert werden kann.“ Auch hier versuchen die Verantwortlichen möglichst kostengünstig zu arbeiten. Mohr: „Ein gebrauchter Zweiersessel reicht für unsere Zwecke völlig aus.“



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