Sport/WM Geschichte
Gondelenthüllung
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
Talstation alte Gletscherseilbahn Zugspitzplatt
Bergstation alte Gletscherseilbahn
Alte Gletscherseilbahn
Alte Gletscherseilbahn und Zugspitzplatt
WM Gondel
Die WM Gondel und ihre Historie
OK WM 2011 am 21.05.2008 - 15:13 Uhr
Die wahrhaft weltmeisterliche Vita der WM-Gondel begann im Jahre 1937 im österreichischen St. Anton. Dort ging sie unter dem Namen „Galzigbahn“ zum ersten Mal in Betrieb und verrichtete ihre Dienste bis zum Jahre 1964. Die in den 50er Jahren errichtete Hangbahn auf der Zugspitze, die eine Verbindung zwischen dem Schneefernerhaus und dem Gletschersee auf dem Zugspitzplatt herstellte, wurde am 16. Mai 1965 von einer Lawine verschüttet. Um die beschädigten Gondeln der Hangbahn zu ersetzen, kaufte die Bayerische Zugspitzbahn die beiden Kabinen der österreichischen Galzigbahn.Gondel galt als lawinensicher
Im Jahr 1966 errichtete die damals einzige deutsche Seilbahnfirma „Pohlig-Heckel-Bleichert“ (PHB) eine neue lawinensichere Gletscherseilbahn auf der Zugspitze. Die Talstation der neu erbauten Seilbahn verlief nicht mehr in die Senke zum Gletschersee, sondern zu einem höher gelegenen Standort - dem heutigen Sonnalpin. Deshalb galt sie ab diesem Zeitpunkt als lawinensicher. Einmalig war damals die manuelle Steuerung einer schaffnerlosen Gletschergondel durch einen Maschinisten, der die Antriebsstation, als auch die Gegenstation über einen Bildschirm überwachte und lenkte.
Wichtiger Umschlagplatz
Auf Deutschlands höchstem Berg beförderte die historische Gondel bis in die 80er Jahre Wintersportler vom Schneefernerhaus zum Zugspitzplatt und zurück. Zu dieser Zeit war das Schneefernerhaus wichtiger Umschlagplatz. Der alte Bahnhof der Zahnradbahn, die historische Gletscherbahn, sowie die alte Gipfelseilbahn, die bis zum 2964 Meter hohen Zugspitzgipfel hinaufführte, trafen dort zusammen.
1992 Eröffnung der 'neuen' Gletscherbahn
Durch zunehmende Besucherzahlen auf Deutschlands höchstem Berg, erbaute die Bayerische Zugspitzbahn eine neue Tunneltrasse zum Bahnhof Zugspitzplatt, die im Jahre 1987 in Betrieb genommen wurde. 1992 folgte schließlich die Eröffnung der neuen „Gletscherbahn“, die bis heute eine direkte Verbindung zwischen Gipfel und dem „Platt“ der Zugspitze gewährleistet. Nachdem die alte Gletscherbahn durch den Bau moderner Anlagen ersetzt wurde und günstigere Verbindungen entstanden, wurde sie nicht mehr benötigt. Schließlich wurde die historische Gondel abgebaut und ins Tal transportiert.
Geschenk nach WM 1978
Nach ihrer aktiven Zeit landete das gute Stück als Belohnung für die großartige Organisation der Ski-Weltmeisterschaften von 1978 beim Präsidenten des Skiclub Garmisch Hans Falk im Garten. Seine Frau Elfriede schenkte sie Jahre später zwei verdienten Skifahrern von Garmisch-Partenkirchen, Rosi Mittermaier und Christian Neureuther.
Reaktivierung im Februar 2008
Nach einer lebhaften Vita und der verdienten Pensionierung steht die historische Gondel jetzt dem OK der FIS Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 als Werbeträger zur Verfügung. Sie wurde von lokalen Handwerksbetrieben aufwendig restauriert und beim Weltcup Slalom im Februar 2008 für ihre neue Bestimmung feierlich eingeweiht. Die Gondel soll als Symbol und Blickfang Botschaften der Ski-Weltmeisterschaften und des Marktes Garmisch-Partenkirchen bei verschiedenen Messeauftritten und Veranstaltungen in die Welt tragen.
Technische Daten
Erster Einsatz: 1937 in St. Anton, Galzigbahn
1,3 x 2 Meter große Aluminiumgondel mit Holzboden
System: Kabinenpendelbahn, 2 Tragseile, 1 Zugseil
Drehstromantriebsmotor mit Wirbelstrombremse
Strecke: 330m, 65 Hm
Förderleistung: 300 Personen/Stunde
Kabinenfassungsvermögen: 12 Personen
Wir bedanken uns ganz herzlich für die historischen Informationen bei Herrn Günther Karl aus Grainau, der 33 Jahre lang bei der BZB tätig war, und bei der Bayrischen Zugspitzbahn für die Archiv- Bilder.
Bei der Restauration mitwirkende Betriebe
Peter Ostenrieder (Design)
Pannke/Colorio GmbH (Lackierung und Beklebung)
Saller Edelstahl GmbH (Aluminiumboden)
Ludwig Maurer GmbH & Co.KG (Gondelaufhängung)
Schlüsseldienst Gröbl (Vorbereitungsarbeiten)
Anton Buchwieser (Sandstrahlen)
Werdenfelser Werkstätten (Fensterrahmen)
Glaserei Dersch (Glaseinbau)
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