Sport/WM Geschichte

Ski-WM 1978

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Ski-Billy

Ski-Tradition in Garmisch-Partenkirchen

Dr. Gerd Falkner am 10.10.2007 - 11:02 Uhr

In der deutschen Skigeschichte nimmt Garmisch–Partenkirchen einen wichtigen Platz ein. Mögen Harzer, Thüringer und dann die Schwarzwälder im 19. Jahrhundert auch vor den Alpenbewohnern mit dem Ski unterwegs gewesen sein, so begannen sehr schnell auch die Garmischer und die Partenkirchener, mehr oder weniger jede Gruppierung für sich, untilgbare Spuren in der deutschen und internationalen Skigeschichte zu hinterlassen. Meilensteine der Skigeschichte verknüpfen sich mit der Region und zweifellos fiele die Bilanz noch glanzvoller aus, ohne die langwierigen internen Rivalitäten, die über Jahrzehnte geradezu hingebungsvoll gepflegt wurden.

Zwei Vereine bei den Gründungsmitgliedern des DSV
Bereits um 1900 war der Skilauf fester Bestandteil der winterlichen Schneeaktivitäten im Werdenfelser Land, zunächst freilich noch vorrangig durch die Münchner getragen, wo sich 1890 der erste deutsche Skiverein gegründet hatte und die im Winter 1895 die erste Skitour im Werdenfelser Land - zum Krottenkopf – unternahmen. Doch die Einheimischen zogen sehr bald mit, erkannten die Möglichkeiten und das Potenzial des Skilaufs und setzten früh eigene Akzente. Mehrtägige Winterfeste in Garmisch–Partenkirchen und allwinterliche Skisonderzüge der Bayerischen Staatsbahnen von München nach Garmisch–Partenkirchen gab es spätestens ab 1904 und deshalb verwundert es nicht, dass zu den elf Gründungsvereinen des Deutschen Skiverbandes am 4. November 1905 auch der Wintersportverein Garmisch sowie der Rodel- und Skiclub Partenkirchen gehörte. Ja, wenn man sich doch nur vertragen hätte! Der Rangeleien zwischen beiden Vereinen überdrüssig, schloss man sie Ende 1905 aus dem DSV aus, weil sie „einer genügenden Organisation entbehrten“, wie rücksichtsvoll formuliert wurde.

Viele Anhänger von Zdarsky in Werdenfels
Doch Skilauf war längst etabliert und interessanterweise war das Werdenfelser Land vor dem 1. Weltkrieg eine Hochburg der Anhänger von Matthias Zdarsky, einem der hauptsächlichen Wegbereiter des alpinen Skilaufs in Mitteleuropa, der übrigens auch als Erfinder des Slaloms gilt! Seine Skikurse im Raum Garmisch–Partenkirchen, in denen er seine alpine Lilienfelder Skilauftechnik lehrte, hatten Tausende absolviert.

Großer Erfahrungsschatz
Insbesondere nach dem 1. Weltkrieg entwickelte sich die Region Garmisch–Partenkirchen sehr schnell zu einem bevorzugten Austragungsort von nationalen und internationalen skisportlichen Großveranstaltungen. Der dabei von Veranstaltern und Ausrichtern vor Ort angehäufte Erfahrungsschatz, ließ die Organisation von Höhepunkt zu Höhepunkt immer perfekter werden und dürfte auch eine exzellente Empfehlung für die Vergabe der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 an Garmisch–Partenkirchen gewesen sein.

Winterspiele 1936 als sportlicher Höhepunkt
Nur einige Stationen seien hier in Erinnerung gerufen. Begonnen hat es 1922 mit den Deutschen Winterkampfspielen, einem heute weitgehend vergessenen internationalen Wintersport-Großereignis, welches damals aber sogar verschiedentlich als die 1. Olympischen Winterspiele bezeichnet wurde. Die Olympischen Winterspiele 1936 dürften sportlich der Höhepunkt gewesen sein. Bis heute sind auch die alpinen Goldmedaillengewinner Christl Cranz und Franz Pfnür unvergessen, die mit ihren Siegen zu Idolen wurden. Weitere Großereignisse fielen dem 2. Weltkrieg zum Opfer! Fast hätten die Olympischen Winterspiele 1940 auch hier stattgefunden und die Skiweltmeisterschaften 1942, damals noch alle nordischen und alpinen Skidisziplinen zusammen, waren bereits vollständig vorbereitet, als sie kurzfristig abgesagt wurden.

Ausrichter vieler Großereignisse
Die Kriegswirren ließen Garmisch–Partenkirchen als Ausrichter von Skigroßveranstaltungen nur kurz in den Hintergrund treten und über die Rolle Garmisch–Partenkirchens als eine Station der populären Vierschanzentournee muss man nicht viele Worte verlieren. Spätestens wenn im kommenden Winter von der supermodernen neuen Schanze gesprungen wird, rückt dieses Ereignis sicher wieder total in den Vordergrund und auch die Erinnerung an die traditionsreiche Geschichte der Tournee wird lebendig.
Eher unbekannt dürfte hingegen sein, dass 1966 hier auch erstmals Biathlon–Weltmeisterschaften in Deutschland zur Austragung kamen und themenspezifisch sei daran erinnert, dass Garmisch–Partenkirchen erstmals 1954 zum Ausrichter des legendären Arlberg–Kandahar–Rennens erkoren wurde, wo es mit Mirl Buchner–Fischer auch gleich eine deutsche Siegerin gab. Den ersten deutschen Herrensieg in diesem berühmten Rennen errang 1961 in Mürren übrigens der spätere langjährige DSV–Präsident und heutige Ehrenpräsident Fritz Wagnerberger.



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