Sport/WM Geschichte

Strecke Horn

Ski-WM 1978

Ski-Billy

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Behr, Epple, Epple

Veith Walcher Grissmann

Die Alpine Ski WM 1978

Dr. Gerd Falkner am 11.10.2007 - 14:56 Uhr

1978 gab es erstmals alpine Ski–Weltmeisterschaften in Deutschland, vom 28. Januar bis 05. Februar 1978 in Garmisch – Partenkirchen! Es waren bereits die insgesamt 25. Alpinen Weltmeisterschaften, also höchste Zeit, dass auch das Skisportland Deutschland einmal in den Genuss des Heimvorteils kam.

Fünf Medaillen für den DSV
Hartnäckig und beharrlich hatte man um dieses Großereignis gerungen, welches dann endlich 1978 nach Garmisch–Partenkirchen geholt werden konnte. Sicher eine Duplizität der Ereignisse, wenn man an das beharrliche und letztlich erfolgreiche Bemühen denkt, welches nun nach 33 Jahren die Alpine Ski-WM 2011 erneut nach Garmisch–Partenkirchen bringt. Es war 1978 gerade auch eine Phase der guten Leistungsentwicklung im alpinen deutschen Skirennlauf, die sich mit Medaillengewinnen durch Treichl und Junginger 1974 in Sankt Moritz schon angedeutet hatte, mit Rosi Mittermaiers Supererfolgen bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck einen besonderen Höhepunkt erreichte, dem nun bei den ersten alpinen Skiweltmeisterschaften im eigenen Land fünf Medaillengewinne folgten! Dies war ein schöner Lohn auch für die aufopfernde Arbeit der Organisatoren und Helfer in Garmisch–Partenkirchen, aber keineswegs ein Zufallsprodukt! Hier zahlte sich systematische, sportwissenschaftlich fundierte Trainingsarbeit fruchtbringend aus.

Große Zuschauerkulisse
Eine Goldmedaille für Maria Epple im Riesenslalom, zwei Silbermedaillen für Irene Epple (Abfahrt) und Pamela Behr(Slalom) bei den Damen sowie weitere zwei Silbermedaillen bei den Herren durch Michael Veith (Abfahrt) und Sepp Ferstl (Kombination) bildeten die stolze Bilanz der DSV–Alpinen und sie versetzte auch die 200.000 Zuschauer, die in den WM–Tagen an die Wettkampfstätten gepilgert waren, in gute Stimmung. Diese, für die damaligen Verhältnisse, muss man aus heutiger Sicht wohl einschränkend hinzufügen, überraschend große Zuschauerkulisse, trug dazu bei, dass die 25. Alpinen Skiweltmeisterschaften an allen Wettkampftagen durch eine gute Atmosphäre und sportliche Anteilnahme geprägt waren, was sich auch den ca. 500 Millionen Fernsehzuschauern mitteilte und was diese Weltmeisterschaften zu einer Werbung für den Skisport schlechthin werden ließ.

Ausgeglichener Haushalt
Die Rahmenbedingungen waren perfekt. Die Wettkampfstätten teils neu gestaltet, teils an die Traditionsstätten von 1936 anknüpfend, aber modernisiert und zeitgemäß sicherheitstechnisch ausgestattet, konnten Dank des Schneesegens bestens präpariert werden. Dabei hatte Bayerns Ministerpräsident Alfons Goppel wegen der Schneeknappheit noch während der Eröffnungsfeier ein Schneegebet gesprochen, welches ja dann auch erhört wurde! Die Gesamtkosten für die WM wurden mit ca. 18 Millionen Mark beziffert und man war stolz darauf, einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können.

Vergessen wir nicht die Sieger und Platzierten
Die Österreicherin Annemarie Moser mit Gold in Abfahrt und der Kombination sowie der Schwede Ingemar Stenmark mit zwei Goldmedaillen in Slalom und Riesenslalom, waren die großen Stars dieser Weltmeisterschaften. Die beiden Goldmedaillen von Lea Sölkner im Damenslalom sowie von Josef Walcher in der Abfahrt erhöhten das österreichische Goldmedaillenkonto auf vier. Die Österreicher wurden damit zur erfolgreichsten Nation. Bleibt zu ergänzen, dass der Sieg in der Alpinen Kombination der Herren an den Liechtensteiner Andres Wenzel ging. Da er selbst noch eine Medaille, aber auch Paul und Willi Frommelt sowie Hanni Wenzel für Liechtenstein Medaillen gewannen, hatte auch diese kleine Nation insgesamt fünf Medaillen auf der Habenseite.

Show der Wintersport-Industrie
Wie schnelllebig unsere Zeit geworden ist, verdeutlichen einige Themen, die im Winter 1978 die Gemüter in der internationalen Skiwelt bewegten und auch während der Weltmeisterschaften in Garmisch–Partenkirchen wiederholt ernsthaft diskutiert wurden. Heute ist man versucht darüber zu schmunzeln, denn die Moderne ist längst darüber hinweg gegangen. So sorgte man sich um die Auswirkungen der als „überhand nehmend“ empfundenen Kommerzialisierung des Skisports und im offiziellen Bildband zu den WM wurde bedauernd resümmiert, im Hintergrund der Wettkämpfe „fochten Fabrikanten und Wirtschaftsmanager sehr vordergründig um Werbung, Aufträge, Marktanteile. Im Weltmeisterschaftsort bot sich eine Riesenshow der Wintersport–Industrie dar, eine etwas aus den Fugen geratene Sportartikelmesse. Abseits der Wettkampfstrecken drohten Zuschauer und Journalisten, Funktionäre und Athleten bisweilen zu Komparsen dieser Show zu werden.“

Geld erst nach Ende der aktiven Zeit
Auch das leidige Amateurproblem, welches den deutschen und internationalen Skisport ebenfalls schon seit 1900 beschäftigte, kam wiederholt zur Sprache und FIS-Präsident Marc Hodler plädierte für eine angemessene Entschädigung der Aktiven. So erhielten die DSV–Aktiven, die an der WM teilnahmen, nicht nur einen Verdienstausfall und eine Aufwandsentschädigung, sondern für Medaillen und gute Platzierungen auch Prämien. Maria Epple erhielt für den Sieg 14.500 Mark und für die Silbermedaillen erhielten die Gewinner je 9.500 Mark. Wie damals üblich, flossen diese Prämien auf ein Sperrkonto und standen den Sportlern erst nach Beendigung ihrer aktiven Karriere zur Verfügung. Welch ein Kontrast zum Jahr 2007!

Von all diesen Ereignissen in den WM–Tagen 1978 sind vor allem die Erfolge der Athleten und Athletinnen, die angenehme fast familiäre Atmosphäre und die Gastfreundschaft der Menschen in Garmisch–Partenkirchen sowie die Perfektion der Organisation in Erinnerung geblieben.

Natürlich auch, dass es während der Wettkampftage reichlich Schnee gab!

Hier können Sie sich die Ergebnisse in Erinnerung an diese Veranstaltung nochmals ansehen.



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